Gardeweg

Gardeweg (Stadtviertel Südwest)
Die Bürgergarde ist als Nachfolgerin der „Feuerschützen Alt- und Lichtentann“ der älteste Neumarkter Verein. Als Gründungsjahr wird das Jahr 1600 angenommen, als Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau in einen Konflikt mit Herzog Maximilian I. von Bayern geriet. Die Neumarkter Musketiere hatten im ältesten Markt des heutigen Flachgaus mit seinem blühenden Wirtschaftsleben den Frieden zu sichern sowie Gut und Leben der Bürgerschaft zu schützen. Außerdem garantierten sie den Schutz der Fuhrleute, die auf dem wichtigsten Handelsweg zwischen Salzburg und dem Habsburgerreich unterwegs waren. Nur Städte und Märkte waren berechtigt, zu ihrer Verteidigung eine Bürgerwehr aufzustellen. Die Feuerschützen unterstanden dem Pfleger beziehungsweise dem Marktrichter. Zur Wahrung der Neutralität konnte der Salzburger Fürsterzbischof die Feuerschützen auch zur Landesverteidigung einberufen. Die Schießstatt befand sich beim Stampfloch am Statzenbach, das Schützenhaus war das Objekt Neumarkt 102, heute Sighartsteiner Straße 8. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte die Feuerschützengesellschaft ihre Aktivitäten ein, und der Stillstand dauerte siebzig Jahre. Erst 1989 erfolgte die Neugründung des Vereins als „Bürgergarde Neumarkt am Wallersee“. Erster Hauptmann war der Brennstoffhändler Johann Rieger. Der Traditionsverein gestaltete die ehemaligen Eiskeller der Brauerei Moser in ein Vereinslokal um: Der „Gardekeller“ in der Moserkellergasse wurde 2002 eingeweiht. Im selben Jahr errichtete die Bürgergarde auf dem Lehmberg, der mit 1027 Metern höchsten Erhebung im Gemeindegebiet von Neumarkt, das Gardekreuz. Jährlich wiederkehrende Veranstaltungen sind die Gardekreuzwanderung, das Kellerfest, das Zimmergewehrschießen sowie zahlreiche Ausrückungen zu Festzügen und Prozessionen. Zu besonderen Anlässen feuert die Bürgergarde einen Salut ab.